Interviews.

Tattoo Kulture Magazine: Wie würdet ihr Euren Stil bezeichnen?

Unser Stil lässt sich nicht wirklich kategorisieren.
Wir arbeiten oft experimentell und intuitiv, kombinieren dabei verschiedene Techniken, Medien und Stile. Wir lieben die Einfachheit und die Abstraktion, das Prägnante und Kompromisslose. Unsere Farbe ist schwarz – am liebsten massives Schwarz mit einer zugefügten Patina. Selten verwenden wir mal eine Kontrastfarbe.
Schwarz gibt nicht vor, eine Reflexion der Wirklichkeit zu sein, sondern ist auf geheimnisvolle und ehrwürdige Art eine Abstraktion der Wirklichkeit. Wohingegen Farben Geschichten erzählen können, selbst wenn sie in Wirklichkeit gar nicht so sind. Farbe kann von der Kernaussage, Komposition und deren Bedeutung dahinter völlig ablenken.

Tattoo Kulture Magazine: Was erwartet uns wenn man zu Apparat Abstrakt kommt?
Wir liegen etwa eine Fahrstunde von Konstanz, Freiburg und Zürich entfernt, in einer knapp 400 Seelen Gemeinde am Südrand des Schwarzwaldes.
Wir arbeiten in unserem privaten Atelier – ohne Öffnungszeiten und ohne Laufkundschaft.
Um es mit den Worten von Wilhelm Hauff zu sagen: “…und es ist, als ob der stärkende Duft, der morgens durch die Tannen strömt, ihnen von Jugend auf einen freieren Atem, ein klareres Auge und einen festeren, wenn auch rauheren Mut gegeben hätte. Und nicht nur durch Haltung und Wuchs, auch durch ihre Sitten und Trachten sondern sie sich von den Leuten, die außerhalb des Waldes wohnen, streng ab.”

Tattoo Kulture Magazine: Was ist Eure Spezialität?

`Eure Spezialität` – ist vielleicht nicht das richtige Wort.
Wir wollen nicht einfach nur Darstellungen kreieren, sondern authentische Tätowierungen schaffen, die vor allem zu ihrem Träger passen. Momentaufnahmen eines Lebens, einer Situation, unverschämt, roh, den Eindruck von Spontaneität erzielend. Tätowieren ist ein Austausch zwischen zwei Menschen und passiert im Moment. Die Tätowierung hängt daher stark von der Beziehung und dem Vertrauen ab, das man mit dem Menschen herstellen kann. Tätowieren kann Magie sein. Je mehr Spannung und Verbundenheit also da ist, umso mehr Gefühle kann man in dem Bild einfangen. Es beeinflusst die Art & Weise wie Design und Tattoo entsteht und somit auch den Ausdruck und emotionalen Wert der Tätowierung.

Tattoo Kulture Magazine: Worin liegt die Herausforderung?

Den Hunger nach einer Tätowierung zu stillen, ist zunächst schon mal wesentlich schwieriger, als den Hunger nach frisch gebackenen Croissants. Jedes Projekt ist anders, jeder Mensch und somit auch jeder Prozess bis hin zu einer fertigen Tätowierung, als schöpferisches Werk von eigenständiger Ästhetik.
Aber alles hat eines gemeinsam: Wenn du etwas willst und liebst, bist du bereit dafür hart zu arbeiten. Wenn du das nicht tust, steckst du nicht genug Energie rein und es wird nicht gut werden. So einfach ist das.

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