DADA is Dead. Long live DADA!

Happy Birthday DADA 100!! (1915/1916)

PHOTOGRAPHIE/ Silket Trunz: Hommage an Marchel Duchamp.

Vor 100 Jahren wurde die Revolte gegen die Kunst gegründet – ihre Akteure zweifelten an allem.

Vor 100 Jahren gründeten eine Handvoll Kreativer das Cabaret Voltaire, ein Labor für höheren Unfug in Zürich. Was dort einige Monate lang passierte, sollte die Kunst nachhaltig beeinflussen. In der Kneipe trafen sich Exil-Künstler und Literaten, die die Nase voll hatten von geordneter Kunst, von biederer Ästhetik und Werten. Sie lehnten alles Konventionelle ab und schufen stattdessen Anti-Kunst.

Am 5. Februar jährt sich die Eröffnung des Cabaret Voltaire zum hundertsten Mal. Es gibt nur wenige Fotos und Dokumente von diesem Urknall des künstlerischen Zweifelns, und schon nach wenigen Monaten zerstreute sich das Kollektiv um die Künstler Hugo Ball, Emmy Hennings und Tristan Tzara wieder.

In dieser Zeit aber hielten die Dadaisten im Cabaret Voltaire bizarre Vorträge und lasen Texte, die kein Mensch verstand. Sie zerschnitten Fotografien und puzzelten sie zu Collagen zusammen, spielten mittelalterliche Kirchenmusik und atonale Dissonanzen, führten wilde Tänze auf, erschreckten den braven Bürger mit inszenierten Skandalen.

Eines der berühmtesten Dada-Objekte ist ein handelsübliches, beschriftetes Urinal auf einem Sockel, das Marcel Duchamp in New York ausstellte. Er erfand damit das “Ready-Made”-Kunstwerk: Objekte, die ein Künstler nicht herstellt, sondern nur präsentiert.

Die Dada-Idee verbreitete sich nach dem ersten Weltkrieg auch in Deutschland und Frankreich. In Berlin nahm er seine extremste Form an, wurde politisch, wandte sich gegen das monarchietreue System. “Dada ist das Chaos, aus dem sich tausend Ordnungen erheben, die sich wieder zum Chaos Dada verschlingen”, hieß es in einer Erklärung des Berliner Clubs Dada um Johannes Baader, Richard Huelsenbeck, George Grosz und Hannah Höch.

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